Theatergruppe der Waldschule probt nachts für ihr neues Stück

Schwanewede (abö). Bis die Theater-Arbeitsgemeinschaft der Waldschule ihr neues Stück „David – Um Gottes Willen” im Januar erstmals aufführen wird, stehen den Akteuren noch mehrere anstrengende Proben ins Haus. Der Höhepunkt der Vorbereitungsphase liegt bereits hinter ihnen – die „Theaternacht”, die die Darsteller zusammen in der Waldschule verbrachten.

Rund 30 Schüler sowie ihre AG-Leiterinnen Gudrun Chopin und Traute Meiners legten eine Nachtschicht ein. Sie probten und bauten außerdem die Kulisse auf. „In den 80 Minuten, die uns wöchentlich zur Verfügung stehen, können wir niemals alles schaffen”, erzählte Gudrun Chopin beim gemeinsamen Abendbrot im Klassenraum.

Nachdem man sich gestärkt hatte, wurde die behutsam modifizierte Bibelgeschichte geprobt. Die Schüler der fünften bis achten Klasse brachten die Szenen in farbenfrohen Gewändern auf die Bühne. Die Königwerdung Davids steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Doch auch kriegerische Gräueltaten, der Jähzorn und die Unberechenbarkeit Sauls, Ehebruch und die berühmte Kampfszene David gegen Goliath werden thematisiert. Gudrun Chopin hatte die Themen im Religionsunterricht vorbereitet.

Während einige Kinder erwartungsfroh in ihre Gewänder schlüpften und zwei als Soldaten auftretende Jungen fröhlich mit Plastikschwertern kämpften, probten „Jonathan“ und einer der insgesamt drei David-Darsteller ihre Dialoge. „David, es ist echt cool, wie genau du mit der Schleuder treffen kannst”, schrien die Nachwuchsmimen gegen das laute Klopfen und Hämmern im Hintergrund an. Ohne die fleißigen Eltern, die ihr handwerkliches Geschick unentgeltlich zur Verfügung stellten, lief nicht viel. Manfred Schwarz beispielsweise bemühte sich, einen Thron mit marmorierter Folie zu bekleben. Für die possierlichen Schafe auf der Nebenbühne wurden Teppiche, Styroporplatten und rollende Untersetzer von Blumentöpfen verwendet. „Die Kinder haben Platten zugeschnitten und Rollen daran angeschraubt”, erklärt Schwarz, dessen Tochter Simone in der Produktion mitspielt.

Dann ein hektisches Umkleiden in der Aula: Lehrer Dirk von der Wroge, der auch auf mittelalterlichen Märkten auftritt, hatte Kettenhemden und Rüstungen mitgebracht. Beim Proben einer anderen Szene stellte sich heraus, dass einige Darsteller gleichzeitig mehrere Rollen spielen sollten. Eilig wurde umdisponiert. Um 22 Uhr durften die Schüler zur Belohnung eine Stunde im Waldschulbad schwimmen, ein besonderes Erlebnis.

Anschließend war bis Mitternacht Brainstorming angesagt. Auf Luftmatratzen und in Schlafsäcken verbrachten die Schüler schließlich die Nacht in der Aula und ihren Klassenräumen. Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen war man sich einig, im Hinblick auf die Premiere ein gutes Stück weitergekommen zu sein.

"Die Norddeutsche" vom 25.11.2014

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