70 Waldschüler besuchen Moschee in Gröpelingen

Schwanewede (abö). Mit vielen Eindrücken sind jetzt 70 Waldschüler der Jahrgangsstufen sieben und neun von einem Besuch der Fatih-Moschee in Gröpelingen zurückgekehrt. Die Schüler erkundeten die Moschee im Rahmen des Religionsunterrichts zusammen mit ihrer Lehrerin Gudrun Chopin.

Ein ehrenamtlicher, im Vorstand der Moschee tätiger Führer ließ den Schülern, alle zwischen zwölf und 16 Jahre alt, zunächst Zeit, um die Architektur und Atmosphäre der Moschee auf sich wirken zu lassen. Die Fatih-Moschee, erfuhren die Schüler, werde jährlich von circa 3000 Gästen besucht. Nachdem die Schüler in einem Halbkreis auf dem großen Teppich Platz genommen hatten, erfuhren sie, dass sich der Bau der 1999 fertig gestellten Moschee über vier Jahre erstreckte. Es habe mehrmals auf notwendige Spendengelder gewartet werden müssen. Die Schüler wurden auf die Besonderheiten muslimischer Gebetsräume hingewiesen, etwa auf die in Richtung Mekka angeordnete Gebetsnische.

Neben Mohammed, fanden die Schüler heraus, befinden sich die Namen von Jesus, Mose und David als künstlerisch gestaltete Kalligrafien an einer Wand der Moschee. Sie werden von Muslimen als Propheten verehrt, aber niemals abgebildet. Freitags versammeln sich in der Fatih-Moschee etwa 800 Gläubige zum Gebet.

Später im Unterricht entstand die Idee, die Eindrücke schriftlich festzuhalten und an die Moschee weiterleiten. „In ihren Aufzeichnungen zeigten sich die Schüler beeindruckt über die Schönheit und Ausmaße der Moschee mit ihrem rotblauen Teppich, den harmonischen Farbtönen an den Säulen und Wänden, den Kalligrafien der Kuppel und dem Kronleuchter”, verrät Gudrun Chopin. Eine Schülerin habe geschrieben: „Am liebsten wäre ich noch länger dort geblieben und hätte mich auf dem Teppich des Gebetsraums entspannt, denn dort fühle ich mich Gott sehr nahe.“ Ein anderer Schüler habe die Haltung des Moscheeführers Kabadayi zu den Terroranschlägen in Paris begrüßt. Der betonte, man dürfe keine Menschen im Namen Gottes umbringen.

Die Norddeutsche vom 31.1.2015