Osterbasar-Erlös für Liberia

 VON ALEXANDER BÖSCH
Schwanewede. Am Donnerstag, 19. März, öffnet in der Waldschule ein Osterbasar seine Pforten. Von 13 bis 19 Uhr präsentieren gut 1450 Schüler ihre Ideen, Spiele und Mitmachaktionen. Auch selbst gemachte Osterdekoration kann erworben werden. Der Erlös des Basars ist für einen guten Zweck bestimmt. Eine Hälfte wird für die SOS-Kinderdörfer in Liberia, die andere Hälfte für die Sprachförderung von Flüchtlingsfamilien in Schwanewede eingesetzt.

Als Auftakt für den Basar und Anreiz für die kreativen Aktionen informierte der Ritterhuder Lehrer und Autor Michael Jentzsch jetzt gut 400 Waldschüler über ein SOS-Kinderdorf in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia. Begleitet wurde Jentzsch von dem derzeit in Ritterhude lebenden Liberianer Alaji Adama Diallo. Diallo bedankte sich für den von ihm als überaus positiv erlebten guten Umgang mit Fremden und Flüchtlingen in Deutschland.

Der Liberianer erzählte von den Problemen in seinem Heimatland. Im Gegensatz zu der Bedeutung des Ländernamens – Liberia bedeutet Freiheit – hätten der Bürgerkrieg und Ebola seine Heimat zu einem der ärmsten Länder der Welt gemacht, in dem derzeit 80 Prozent der Bevölkerung arbeitslos seien. Viele Kinder würden nicht zur Schule gehen. Es gebe viele traumatisierte Menschen in Liberia, die Hoffnung liege bei der jungen Generation.

Ein Film zeigte das SOS-Kinderdorf in Monrovia, in dem Michael Jentzsch und sein liberianischer Freund Ben Kwato Zahn zu sehen waren. Beide stehen in engem Kontakt zu dem Kinderdorf und sind von dessen vorbildlicher Arbeit überzeugt. Über ihre Freundschaft zu Kinderzeiten, die durch den Bürgerkrieg in Liberia auf eine harte Probe gestellt wurde, schrieben Jentzsch und Zahn den Bestseller „Blutsbrüder – eine Freundschaft in Liberia“.

Zahn und seine Familie überlebten Ebola, verließen aber wochenlang nicht ihre Wohnung. Auch heute würden Erkrankte aus Angst vor weiterer Ansteckung ausgegrenzt. 40 Prozent der Infizierten hätten die Krankheit überlebt, gut 8000 Ebolawaisen seien zu beklagen. Die Schulen seien nach siebenmonatiger Unterbrechung immerhin wieder geöffnet, sodass im Land Hoffnung auf einen Neuanfang bestehe.

Das SOS-Kinderdorf in Monrovia ist seit den 30 Jahren seines Bestehens ein Zufluchtsort für Kinder. Das Dorf besteht aus 15 Familienhäusern, in denen 150 Kinder leben. Insgesamt 26 000 Menschen werden hier durch Familienprogramme gestärkt.

 

Die Norddeutsche vom 12.3.2015