SOS-Kinderdorf Monrovia und Michael Jentzsch

Michael Jentzsch informierte in der Waldschule Schwanewede

400 Schülerinnen und Schüler und deren Lehrer/innen über Liberia und das SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Monrovia. Dies war der Auftakt zum Osterbasar, der am Donnerstag, 19. März in der Zeit von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr in der Waldschule stattfinden soll. Die Hälfte des Basarerlöses ist für das Kinderdorf in der Hauptstadt Monrovia bestimmt.

Dabei war auch der zurzeit in Ritterhude lebende Liberianer Alaji Adama Diallo, der sich für den erlebten guten Umgang mit Fremden und Flüchtlingen bedankte, der Deutschland als „das beste Land“ bezeichnete und dem die Probleme in seinem Land umso mehr zu schaffen machen. Bürgerkrieg und Ebola haben Liberia – das Freiheit bedeutet – zu einem der ärmsten Länder der Welt gemacht. 80% der Bevölkerung sind arbeitslos. Als sein Vater während des Bürgerkrieges starb, verlor die Familie den Ernährer und er musste sich das Schulgeld als Kind durch Straßenverkauf verdienen. Viele Kinder bleiben bis heute ohne Schulbesuch. Es gebe auf Grund des Erlebten viele traumatisierte Menschen in Liberia. Die Hoffnung liege auf der jungen Generation. Diese müsse gestärkt werden. Und dort setzt die Arbeit der SOS-Kinderdörfer an.

In einem Film über das SOS-Kinderdorf in Monrovia waren Michael Jentzsch und sein liberianischer Freund Ben Kwato Zahn zu sehen. Sie stehen in engem Kontakt zu diesem Kinderdorf und sind von dessen guter Arbeit überzeugt. Zusammen schrieben sie den Bestseller „Blutsbrüder – eine Freundschaft in Liberia“. Die Freundschaft aus Kinderzeiten wurde durch den 13 Jahre dauernden Bürgerkrieg in Liberia auf eine harte Probe gestellt. Ben und seine Familie überlebten auch Ebola, verließen aber wochenlang nicht ihre Wohnung und mussten mit ansehen, wie die Leiche eines Nachbarn 10 Tage im Hofe lag und nicht abgeholt wurde. Auch heute werden von Ebola Geheilte häufig ausgegrenzt – aus Angst vor weiterer Ansteckung. Die Menschen berühren sich weniger in Liberia. Zurzeit gibt es dort noch 4 Ebola-Kranke - seit einer Woche keine Neuinfizierten. 40% der Infizierten haben die Krankheit überlebt. Die Schulen sind nach 7-monatiger Unterbrechung wieder geöffnet, so dass im Land Hoffnung auf einen Neuanfang besteht.

Zurück bleiben 8.000 Ebola-Waisen. Das SOS-Kinderdorf in Monrovia ist seit den 30 Jahren seines Bestehens ein Zufluchtsort für Kinder. Es gibt dort

15 Familienhäuser, in denen 150 Kinder leben. Insgesamt profitieren 26.000 Menschen davon, die durch Familienprogramme gestärkt werden. Zum SOS-Kinderdorf gehören auch eine Schule und eine Krankenstation.

Dass es sich lohnt, sich dafür einzusetzen, war am Ende allen klar. Die Schülerinnen und Schüler dankten mit minutenlangem Applaus und umringten Michael Jentzsch und Alaji Adama Diallo. Sie stellten Fragen, fotografierten, baten um Autogramme und kauften das Buch „Blutsbrüder“. Michael Jentzsch hatte geschafft, sie neugierig zu machen.