Hanze University Groningen

Huren mieten? Oder doch lieber ein Besuch im Stripmuseum?

Nein, die Kurse von Frau Schickel, Frau Katenkamp-Rihm, Herrn Radtke und Herrn Wedemeyer waren nicht vom 10.06 bis zum 12.06.2010 in Groningen, um das dortige Nachtleben kennen zu lernen. Viel mehr ging es darum, die Hanze-Universität in der holländischen Stadt zu besichtigen und sich über die Studienangebote zu informieren. Aber was hatte es dann mit den „Huren“ und dem „Stripmuseum“ auf sich?

Während sich die meisten Schüler der Oberstufe in den Nachmittagsunterricht begeben müssen, dürfen manche bereits nach dem vierten Block nach Hause. Schließlich geht es kurze Zeit spater nach Groningen! Die Fahrt mit dem Bus verläuft komplikationslos, so dass wir bald unser Ziel erreichen und im „Jongerenhotel“ einchecken können. Bei einem anschließenden gemeinsamen Abendessen in einem italienischen Restaurant herrscht gute Stimmung, obwohl das Essen aufgrund unserer großen Truppe nur etappenweise serviert werden kann. Nachdem der Hunger gestillt ist, begeben wir uns auf eine erste Erkundungstour in die Innenstadt, wobei uns Plakate mit der Aufschrift „Huren“ auffallen, die in verschiedenen Fenstern zu sehen sind. Sind wir hier im Rotlichtviertel gelandet? Nein, „Huren“ kommt aus dem Holländischen und bedeutet auf Deutsch „mieten“, was in diesem Fall ausschließlich auf Gebäude bezogen ist.

Am nächsten morgen wird das gesamte Hotel mit einem aus der Dusche schallenden Gesang („Guten morgen, guten morgen, guten morgen Sonnenschein“) geweckt, wofür wir dem Schüler, der sich dazu bereit erklärt hat, sehr dankbar sind. Irgendjemand muss ja schließlich für das Wecken verantwortlich sein. Im Anschluss an das Frühstück wird ausdiskutiert, wie man den Vormittag gestalten könnte, da der Tag der offenen Tür an der Universität erst um 14 Uhr beginnt. Wir entscheiden uns für den Besuch des Stripmuseums, das eine Ausstellung über die Entstehung von Comic-Klassikern, wie zum Beispiel „Tim und Struppi“, beherbergt. „Strip“ kommt wieder einmal aus dem Holländischen und bedeutet auf Deutsch „Comic“ -nicht falsch verstehen. Im Museum ergreifen wir unter anderem die Möglichkeit, selbst zeichnerisch kreativ zu werden. So entstehen mehr oder weniger schöne Porträts von Mitschülern, diverse Spongebobs und andere Figuren aus der Comicwelt.

Nun fahren wir mit dem Bus in Richtung Universität, wo die Kurse von Herrn Radtke und Herrn Wedemeyer zu uns stoßen. Es regnet in Strömen, aber die Hanze erscheint uns aufgrund der Offenheit der Studenten, von denen wir mit kleinen Snacks und Getränken in Empfang genommen werden, sofort sympathisch. Durch einen Vortrag werden wir über das Studienangebot der Universität und über die Studienbedingungen aufgeklärt. Daraufhin schließen wir uns verschiedenen Studenten an, die uns ihren Studiengang nahe bringen. Somit kann sich jeder seinem Interessenbereich widmen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder im Hotel. Gegen Abend gehen einige in die Stadt, andere bleiben im Hotel, um sich das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft anzuschauen. Der zweite Tag neigt sich seinem Ende zu.

Der Vormittag des letzten Tages steht uns zur freien Verfügung. Viele nutzen diesen zum Shoppen, denn am Rathaus ist Markt. Aber auch die übrigen Läden bieten ein vielfältiges Angebot, sodass einige mit Tüten beladen ins Hotel zurückkehren und beim Kofferpacken große Mühe haben, alles hinein zu bekommen. Gegessen wird bei Mc Donald's oder auf dem Pfannkuchenschiff, das am Fluss liegt. Hier erweist sich die Anwesenheit zahlreicher Tauben für so manchen als eine „Scheiß-Angelegenheit“ - im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachmittags geht es wieder zurück nach Schwanewede. Nach einer etwadreistündigen Fahrt erreichen wir die Waldschule, wo der Busfahrer zunächst irrtümlich vor der Schwimmhalle parkt. Nach einem spektakulären Wendemanöver in einer kleinen Seitenstraße werden wir schließlich doch noch zur Bushaltestelle an der Hospitalstraße gefahren, bei der die Kursfahrt endet.

Christoph Dierking