"Traumland ahoi!": Theatergruppe der Waldschule geht mit ihrem Stück auf die Spuren von Peter Pan
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Fabelwesen, Piraten – mit 70 jungen Darstellern probte die Theatergruppe der Waldschule die fantasievolle Geschichte von Peter Pan. |
"Auf, auf und hinauf, in die Wolken hinauf! Über Wolken und Meer, ganz weit weg liegt das Nimmerland!" Aus vollen Schülerkehlen erklingt das Lied über die geheimnisvolle Wunderwelt, die die Schüler Jule und Ole endlich entdecken wollen. Mit ihrer jüngsten Produktion "Traumland ahoi!" belebt die Theatergruppe der Waldschule den Mythos um Peter Pan. Heute Abend ist Premiere.
Von Alexander Bösch Schwanewede. Zarte Elfen mit durchsichtigen Flügeln, furchterregende Piraten und kampfeslustige Indianer wuseln durch die Bühnenaula der Waldschule. Eine Meerjungfrau aus Pappmaché mit Krakenarmen hockt auf einem Klavier und betrachtet die Szenerie aufmerksam. "Feiert ihr da 'ne Party hinter der Bühne, das kann man alles durch die Mikros hören!", beschwert sich Claus König von der Empore, wo Techniker am Mischpult konzentriert für den guten Klang sorgen. Mit ihrer jüngsten Produktion haben sich die Schüler der Theater- und Bühnenbau AG des berühmten Klassikers von J. M. Barrie angekommen.
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Mit Elfe „Göckchen“, Peter Pan und einer extra erfundenen Pilotenfee an der Seite gelingt die Reise ins sagenumwobene Fantasiereich Nimmerland gleich umso besser. Heute und am Sonntag heißt es dann auch für die Besucher der Waldschule „Traumland ahoi!“ |
Peter Pan, der Junge, der nie erwachsen werden möchte, Verantwortung übernehmen schon gar nicht und der manchmal seinen eigenen Schatten verliert: Ein spannendes Skript, an dem diesmal mehrere Schüler feilten.
Mit Fantasie, Witz und Nachdenklichkeit entstand aus der Geschichte um den erstmals 1902 erwähnten Zauberjungen ein modernes Märchen, das auch die Mühlen des harten Schulalltags und die damit verbundene Beschneidung eigener Vorstellungskraft nicht ausklammert. So wird der ewig Kobolde und Zwergen zeichnende Ole von seinen Klassenkameraden notorisch gemobbt, seine Lehrerin ist genervt von dem unaufmerksamen Jungen. Jule wiederum würde zu gern unter freiem Himmel zelten, doch die fantasielosen Eltern haben bereits das obligate Ferienhaus auf Mallorca gebucht. "Meine Füße wollen laufen und mein Herz springt hinterher, das gelingt mir hier nicht mehr": Jules Lied fasst die Trostlosigkeit in Worte, die das abenteuerlustige Mädchen ob der elterlichen Unterdrückung überkommt.
Wie gut, dass es da Peter Pan gibt, das kecke Fabelwesen mit grüner Mütze, das die Kinder zusammen mit Fee "Glöckchen" ins sagenumwobene Nimmerland entführt. Nun nämlich gilt es, mit Feuereifer Piraten zu bekämpfen, das entführte Indianermädchen Lillyfee zu befreien und dem rachsüchtigen Captain Hook zu trotzen, dessen Hand einst von niemand geringerem als Peter Pan abgeschlagen und an ein gieriges Krokodil verfüttert wurde.
"Das ist unglaublich, wie das alles zusammenfließt", freut sich Gudrun Chopin, die zusammen mit Traute Meiners die Gesamtleitung übernahm, über das Gemeinschaftsprojekt. So wurden beispielsweise die lyrischen Einfälle von Co-Regisseur Claus König durch die Musiklehrerin Livia Scherenberger vertont, die wiederum eine komplette sechste Klasse zur Vertonung der Titel gewinnen konnte.
Insgesamt 70 Darsteller probten ein Jahr lang und können ihre Vision von der Macht der Fantasie dank großzügiger Schützenhilfe durch die Erwachenen in einem opulent gestalteten Bühnenbild verwirklichen. Neben der erwähnten Krakenmeerjungfrau sorgen fliegende Fische, ein tickendes Krokodil und eine Drachenqualle für eine verspielt maritime Atmosphäre.
In der Bühnenbau AG kreierte Ingerose Krause mit Schülern der Koop-Klasse die knallbunten Fabelwesen. Während Bernd Knoll, Vater eines Darstellers, mit einem selbst gebauten Traumfänger für indianische Spiritualität sorgt, bringt mit Ralf Slawik ein weiterer "Theatervater" sein bislang spektakulärstes Werk als Bühnenbauer ein. Sein Piratenschiff dient neben der Hauptbühne als Nebenschauplatz für das Treiben der kecken Freibeuter.
Inzwischen lädt die "Pilotenfee" - ebenfalls eine Erfindung der überaus kreativen Fünft- bis Achtklässler - die geneigten Passagiere zum Flug nach Nimmerland ein. "Klasse! Klasse! Aber das muss noch viel lauter", ruft Gudrun Chopin, vom Engagement der Schüler sichtlich überwältigt, "die waren mit soviel Herz dabei, wir schweben quasi durch die Schule", umreißt die nimmermüde Regisseurin die angeregte Atmosphäre während der arbeitsreichen Proben, an deren Ende drei schulinterne und zwei öffentliche Auftritte stehen.
Wenn Ole und Jule am Schluss aus dem Traumland Peter Pans in die raue Wirklichkeit zurückkehren, dürften auch die Zuschauer auf den Flügeln der Fantasie nach Hause schweben.
"Traumland ahoi!" wird am Freitag, 11. November, ab 19 .30 Uhr sowie am Sonntag, 13.November, ab 17 Uhr in der Aula der Waldschule aufgeführt. Der Eintritt ist frei. Spenden für Schulen in Afghanistan, die Stiftung Pro Juventute und die Schwaneweder Tafel sind erwünscht. In der Pause steht ein Büfett zur Verfügung.
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 8 Datum: 10.11.2011