Cremesuppe für die ersten Mensa-Gäste

Neubau an der Waldschule gestern eingeweiht /Ab 30. August gibt es dort regelmäßig Essen

Von Gabriela Keller

Die neue Mensa der Waldschule Schwanewede ist gestern eingeweiht worden. Das Foto zeigt (v.l.) die Architekten Andreas Hohorst und Birgit Brinkmann mit Bürgermeister Harald Stehnken und Schulleiter Dettmer Fischer.

Schwanewede. Zur Feier des Tages gibt's Curry-Cremesuppe mit Paprika und Gulaschsuppe. Über 100 Gäste lassen sich in der Waldschule Schwanewede die Teller füllen. In der neuen Mensa dürfen sie als erste Probe essen und durch breite Fensterfronten den Blick aus dem ersten Stock auf den Schulhof genießen.

Paul Weiser und sein Team vom Catering Service Weiser in Bremen-Blumenthal konnten sich gestern bei der Einweihung schon mal warmlaufen für den 30. August. Dann werden zum ersten Mal hungrige Schüler die Mensa stürmen. Gestern übergab die Gemeinde der Schule offiziell die Mensa, die neugestaltete Pausenhalle samt Caféteria und drei neue Schüler-Aufenthaltsräume. Einen symbolischen Schlüssel gab's für Schulleiter Dettmer Fischer nicht, dafür besiegelte Bürgermeister Harald Stehnken die Übergabe per Handschlag. "Jetzt ist alles in ihrer Obhut."

Vor Lehrern, Schülern, Eltern, Vertretern der am Bau beteiligten Firmen und der Bauverwaltung sowie Ratsmitgliedern sprach der Schulleiter von "Sternstunden". Für die Schule, für die der Um- und Neubau laut Fischer "eine deutliche Verbesserung des Angebotes" darstellt. Aber auch für die Gemeinde, die finanziell über ihren eigenen Schatten gesprungen sei. 1,23 Millionen Euro hat die Kommune laut Stehnken für die neuen Räumlichkeiten investiert, dazu noch 70000 Euro für die Küchenausstattung. Alles aus eigener Tasche bezahlt. Eine Mischfinanzierung, wie sie für Ganztagsschulen wie die Waldschule eigentlich üblich ist, war laut Stehnken nicht möglich. "Die Gemeinde ist weit über ihre finanziellen Verhältnisse hinausgegangen", so der Bürgermeister. Doch die Investition lohne sich. "Wenn man vernünftige Bedingungen für die Jugend schaffen will, muss man Beschlüsse fassen, wie es der Rat getan hat. Ist eine Schule zufrieden, strahlt das in die Gemeinde aus."

Zufrieden ist die Waldschule, machte Dettmer Fischer deutlich. "Die Mensa ist von außen und innen eine Bereicherung und fügt sich toll ein", lobte er das Werk der Architekten Andreas Hohorst und Birgit Brinkmann. 250 Quadratmeter wurden für die Mensa mit 150 Plätzen über dem Hausmeistertrakt aufgestockt, daneben noch 160 Quadratmeter für drei Schülerräume.

Lob auch für die neugestaltete Pausenhalle mit den von weißen Balustraden eingefassten Sitzbereichen mit dunkelbraunen Holzbänken und -tischen. Hier können Schüler nicht nur kleine Mahlzeiten aus der neuen benachbarten Caféteria verzehren. "Sie haben hier auch Sitzmöglichkeiten, um selbstständig zu arbeiten." Die werden von den Schülern schon eifrig genutzt. "In Freistunden mache ich in der Aula meine Hausaufgaben", erzählt Alina aus der 10 H1. Die neue Pausenhalle hat unter Schülern bereits ihren Spitznamen weg: "rote Aula", wegen des dunkelroten Linoleum-Fußbodens.

Farbe setzt überall in den neuen Räumen Akzente. An der Mensafassade und innen geben Gelb und Grün den Ton an, in der Caféteria leuchtet Grün. Auch in den drei neuen Schülerräumen, die wie die Mensa montags bis donnerstags von 13.05 bis 14.05 Uhr geöffnet sind, geht's bunt zu: mintgrün im Spieleraum, blau im Elektronikraum und gelb-orange im Ruheraum. Innenarchitektin Myriam Lorenzen hat das Farbkonzept mit Johannes Schöne und Ann-Christin Sonnenburg von der Schülerfirma "SWS EasyLife" der Waldschule entwickelt. Die Gemeinde wählte auch Mobiliar, Geschirr und sogar den Mensa-Caterer nach Vorschlägen der Schülerfirma aus.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 20.08.2010