Preisträger stellen ihre Arbeiten vor

Siegerehrung beschließt Comenius-Projekt der Waldschule und ihrer europäischen Partnerschulen

Schwanewede·Bremen.

An der Hochschule Bremen sind jetzt die Sieger des Schüler-Wettbewerbes „Unsere gesunde Zukunft“ geehrt worden. Unser Foto zeigte einige der Preisträger, darunter Jannes Mahlke von der Waldschule (li.)


Was bringen kleine Windanlagen in einem Wohngebiet? Welchen Schaden richtet Koma-Saufen bei Jugendlichen an? Warum ist Artenvielfalt so wichtig? Das sind einige der Themen, mit denen sich Schüler aus vier europäischen Ländern im Rahmen eines Wettbewerbs beschäftigt haben. Mit dabei: die Waldschule Schwanewede. Bei einer internationalen Schülerkonferenz an der Hochschule Bremen sind jetzt die Sieger geehrt worden.

Der Wettbewerb unter dem Motto "Unsere gesunde Zukunft" ist ein von der EU finanziertes Comenius-Projekt, das im Herbst 2009 startete. Die Waldschule hat sich mit Partnerschulen in Schweden, Schottland und den Niederlanden beteiligt. In jeder Schule haben sich Schüler in Wettbewerbsbeiträgen zu unterschiedlichen Themen mit drei Leitfragen auseinandergesetzt: Wie "gesund ist meine Zukunft? Welche Probleme kann ich erkennen? Was kann ich tun, um diese Probleme zu lösen?

Aus allen eingereichten Beiträgen kürte eine internationale Jury aus je einem Schüler und einer Lehrkraft aller beteiligten Schulen im April 2011 bei einem Treffen in Schweden die zwei besten Projekte jeder Schule. Der Preis für die Sieger: eine Einladung zu einer von der Waldschule Schwanewede ausgerichteten fünftägigen Konferenz-Woche in Bremen. Die Reise wird den Teilnehmern aus Comenius-Projektmitteln finanziert.

Siegerehrung als Höhepunkt

Seit Dienstag dieser Woche sind die Preisträger aus den Niederlanden, Schottland und Schweden vor Ort. Untergebracht sind die Gäste bei Familien von Waldschülern. Höhepunkt der Konferenz-Woche war am Mittwoch die Siegerehrung in der Hochschule Bremen. Mit dem Fachbereich Schiffbau der Hochschule kooperiert die Waldschule seit einigen Jahren. Professor Hans Gudenschwager, Dekan der Fakultät Natur und Technik, hielt den Einführungsvortrag. Der Mitorganisator der Konferenz referierte über Möglichkeiten, den Energieverbrauch von Schiffen und anderen Transportmitteln zu verringern.

Die Preisträger der vier Schulen stellten in der Hochschule ihre von der Jury ausgezeichneten Arbeiten vor. Der Abiturient Jannes Mahlke von der Waldschule Schwanewede beschäftigte sich mit den Folgen des weltweiten Fleischkonsums. Kai Neumann, Jonas Walther und Markus Swalkiewicz gingen der Frage nach, ob kleine Windkraft-Anlagen in Wohngebieten eine Zukunft haben. Die Sieger der Waldschule wurden mit einem Preisgeld von jeweils 500 Euro belohnt. Davon müssen die Preisträger je 200 Euro für einen Zweck spenden, der mit dem Wettbewerbsmotto in Zusammenhang steht.

Barbara Beijers und Annous van Peufflik vom Gymnasium Beekvliet in Sint Michielsgestel/Niederlande zeigten in ihrem preisgekrönten Beitrag die Gefahren des Koma-Saufens für Leib und Seele von Jugendlichen auf. Ihre Schulkameraden Chiara van Voorst, Karlijn Verhulsdonk und Noora Wadi widmenten sich den Gefährdungen der Trinkwasser-Qualität und der Gesundheit von Menschen in Thailand.

Mit der Bedeutung der Artenvielfalt beschäftigten sich Sofia Magnusson, Linnea Andersson, Erika Axelsson-Lusth und Ronja Roll vom Sandagymnasiet in Huskvarna/Schweden. Die Erderwärmung war Thema von Ellen Ejderbring, Therese Enenge, Arbelenna Jidah und Mickael Shahintarighi.

Für die Trinity Academy in Edinburgh/Schottland entwickelten Sarah Ouinniche, Sian Hopkins, Ben Smith und Alistair Lester eine Unterrichtseinheit. Sie soll Schüler sensibilisieren für die alltäglichen Probleme von Menschen mit Behinderungen und anderen Langzeitschäden. Ziel ist, Menschen mit Handicaps Verständnis entgegenzubringen und sie nicht auszugrenzen. Emma Shorter machte mit ihrem Beitrag auf die Gesundheitsgefahren von Fast Food aufmerksam.

Die Waldschule Schwanewede hatte für die Schüler aus Schweden, den Niederlanden und Schottland ein Rahmenprogramm vorbereitet. Gestern nahmen die Gäste am Klimatag in der Waldschule teil. Heute steht eine Fahrt nach Bremerhaven auf dem Programm. Bei einer "Tour de Wind" geht es um Windkraft. Im Fraunhofer Institut lauscht die Gruppe außerdem Fachvorträgen zum Thema. Morgen, Sonnabend, treten die Gäste die Heimreise an.

Die Konferenz-Woche bildet den Höhepunkt und zugleich den Abschluss des dreijährigen Comenius-Projektes "Unsere gesunde Zukunft". Die Waldschule kooperiert nicht zum ersten Mal mit den Partnerschulen. Seit 2004 haben die Schwaneweder mit den Schulen in Schottland, Schweden und den Niederlanden bei einer Reihe von Projekten zusammengearbeitet. Mit dabei war in der Vergangenheit auch das Spoteczne Liceum Ogólnoksztalcace in Krakow/Polen. Am aktuellen Projekt nahm die polnische Schule nicht teil.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 16.09.2011

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