Fachausschuss stimmt Waldschul-Plänen zu / Neues Schulmodell für Meyenburg
Die Waldschule Schwanewede will zum Schuljahr 2012/13 eine Integrationsklasse einrichten. Im Schulausschuss ist die Schule mit ihrem Anliegen auf offene Ohren gestoßen. Zurück halten sich die Ausschussmitglieder aber erst einmal bei einem Wunsch der Grundschule Meyenburg. Die braucht 90000 Euro, um Möbel, Lehr- und Lernmittel anzuschaffen für die ab kommendem Schuljahr geplante Einführung einer jahrgangsgemischten Eingangsstufe.
Von Gabriela Keller
Schwanewede. Die geplante Integrationsklasse in der Waldschule begrüßen die Politiker einhellig. Der Waldschule liegen laut Schulleiter Dettmer Fischer vier Anträge für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf vor. Nach der Grundschule sollen sie auf die Waldschule wechseln. Das ist derzeit nicht der übliche Weg. Das Regionale Integrationskonzept in Niedersachsen sieht eine gemeinsame Beschulung von Regel- und Förderkindern bislang nur in der Grundschule vor. Danach wechseln Förderkinder in die Förderschule. In Schwanewede ist das die Dammschule.
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Die Waldschule will nach dem Sommer eine Integrationsklasse einführen. Sie sieht sich auch bei Eltern im Wort, die ihre Kinder schon vor einem Jahr integrativ beschulen lassen wollten. Damals lehnte die Schule ab. Betroffen waren auch drei Kinder auf dem Foto. |
Jahrgangsgemischte Eingangsstufe
Neue Wege will ab dem kommenden Schuljahr auch die Grundschule in Meyenburg gehen. Erst- und Zweitklässler sollen nicht mehr nach Jahrgängen getrennt, sondern gemeinsam lernen. "Jahrgangsgemischte Eingangsstufe" heißt das im Schulverwaltungs-Deutsch. Eine erste und eine zweite Klasse gibt es dann nicht mehr. Zwei Jahre verbringen die Abc-Schützen und die älteren Schüler in einer Lerngruppe. Schulleitung, Kollegium, Eltern-"alle sind einverstanden und stützen das Modell", so Schulleiterin Ulrike Walter. "Die Gesamtkonferenz hat sich einstimmig für das Modell entschieden." Die Schule verspricht sich viel davon. Probleme bei der Differenzierung und der Förderung im Unterricht, wie sie bei der Schulinspektion zutage kamen, sollen gelöst werden. Selbstverantwortliches, strukturiertes Lernen ist ein Ziel. "Wir wollen Kinder mehr fordern." Soziales Miteinander und Schlüsselqualifikationen soll das gemeinsame Lernen fördern. Schüler sollen sich untereinander, die Älteren den Neulingen in der Schule helfen. Modelle anderer Schulen haben sich die Meyenburger schon angesehen, in der Grundschule Borchshöhe in Bremen-Nord und an der Grundschule in Ritterhude. Eine Schule in Moorriem bei Elsfleth soll noch folgen. Das Ritterhuder Modell sagt den Meyenburgern bisher am besten zu.
Laut Walter haben die Meyenburger den Segen der Landesschulbehörde, den der Gemeinde brauchen sie nicht. Wohl aber Geld: 90000 Euro für "Lernzentren" mit mobilen Arbeitsplätzen, Lehr- und Lernmitteln. Das soll laut Walter für mehrere Jahre und auch im Fall einer später geplanten Zusammenlegung der dritten und vierten Klassenreichen reichen. Viel Geld, meint der Ausschuss. Er sah sich überfordert, dem Wunsch zuzustimmen. "Für uns ist all das Neuland." Die Politiker wollen sich erstmal die Ausstattung an der Modellschule in Ritterhude anschauen. Zu klären sei auch, ob es Zuschüsse vom Land gibt.
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Osterholzer Kreisblatt Seite: 4 Datum: 19.01.2012