Fachbereich Gesellschaft

Geographie: Folgen einer Fortbildung - Geschichte: Gegen das Vergessen - Politik: Bericht zur Podiumsdiskussion am Klimatag im September 2007 - Links

Geographie: Die Folgen einer Fortbildung

Am 21. April 2009 fuhren mehrere Erdkundelehrerinnen und Lehrer zu einer GIS-Fortbildung nach Bremerhaven.

GIS, dass sind Geographische Informations­systeme, angefangen bei Google Maps über Google Earth, das Satellitennavigations­system im Auto, den satellitengestützten Laufcomputer bis hin zur Erstellung eigener thematischer Karten am PC oder einer Schatzsuche mittels GPS. GIS sind Bestandteil der Alltagswelt der SchülerInnen wie auch der neuen Kerncurricula Niedersachsens.

Wir Kollegen flogen mit Google Earth über den Kilimanjaro, vor dem Hintergrund SchülerInnen mit den Vegetationszonen am Äquator bekannt zu machen. Es wurde mit Hilfe frei verfügbarer webbasierter Kartendienste (WebGIS), die für den Einsatz im Unterricht konzipiert sind, die Auswirkung von AIDS auf die Bevölkerungs­ent­wicklung Südafrikas untersucht. Hierbei wurden u.a. auch Bevölkerungspyramiden ausgewertet sowie Informationen aus dem Internet recherchiert und digital aufbereitet. Abschließendes Thema war der Klimawandel und seine Folgen – eine Simulation des Meeresspiegelanstiegs in verschiedenen Ländern nebst Beurteilung der Folgen. Arbeitsmittel war hier die GIS-Software ArcExplorer – schon etwas anspruchsvoller als Google Earth... 

Wieder in Schwanewede angekommen dämpfte der Alltag die Fortbildungseuphorie ein wenig – mit manchmal 34 SchülerInnen in einem Computerraum ist es nicht immer ganz einfach... Doch es gibt sie, die Flüge über den Kilimanjaro, die Erkundungen Hannovers mittels Google Maps und Google Earth, die Beschäftigung mit Kontinenten mittels Web-GIS, genauso eine Analyse der Bevölkerungsverteilung Chinas – in mehreren „Lagen“ (Topographie, Klima, Wirtschaft,...). In GIS lassen sich diese sogenannten Layer zu- und wieder abschalten, je nach Bedarf (vgl. Abbildung).  

Quelle: http://www.webgis-schule.de/ 

In den nächsten Jahren sollen es immer mehr Stunden im Computerraum werden, um, wann immer sinnvoll, den Kompetenzerwerb der SchülerInnen zu unterstützen. Die Ausstattung der Schule in dieser Richtung verbessert sich ständig, nicht zuletzt durch interaktive Whiteboards, die eine Demonstration der Software durch den Lehrer sowie die Vorstellung der Arbeitsergebnisse seitens der Schüler erleichtern.

Geschichte: Gegen das Vergessen

Wenn Schülerinnen und Schüler gebannt dem Vortrag folgen, Fragen stellen, ins Grübeln geraten oder betroffen schweigen,  dann ist mit Thomas Geve ein Gast an unserer Schule, der als einer der wenigen noch lebenden Überlebenden des Holocaust  unmittelbar von der Wirklichkeit der Konzentrations- und Vernichtungslager des Nationalsozialismus berichten kann.

Thomas Geve lebt heute in Haifa, Israel. Geboren wurde er 1929 in Deutschland. Sein Vater verlor im Zuge der antijüdischen Gesetze 1933 seine Arztpraxis und die Familie siedelte zunächst nach Beuthen in Oberschlesien und 1939 nach Berlin um. Der Vater ging nach England, doch Thomas und seine Mutter konnten ihm wegen des inzwischen ausgebrochenen 2. Weltkrieges nicht mehr folgen. 1943 folgte ihr Abtransport in die „versteckte Welt, die Hölle von Auschwitz“, die Thomas nur überlebte, da er als Zwangsarbeiter in der lagereigenen Baukolonne eingesetzt wurde. Es folgten insgesamt 22 Monate  in den Lagern Birkenau, Auschwitz, Groß-Rosen und schließlich Buchenwald, wo er am 11. April befreit wurde.  Dort zeichnete er,  inzwischen fünfzehn Jahre alt, insgesamt 79 Bilder vom Leben in den Lagern. Diese Bilder wurden inzwischen unter dem Titel „Es gibt hier keine Kinder“ veröffentlicht. Dieses  Buch findet man genauso wie seine Erinnerungen „Geraubte Kindheit“ in der Bibliothek der Waldschule.

Das Erinnern an das, was geschehen ist, führt Thomas Geve trotz seiner inzwischen über achtzig Jahre immer noch nach Deutschland. Dann zeigt er in Schulen oder bei öffentlichen Veranstaltungen den Film „Nichts als das Leben“ über sein Überleben in Zeiten der Vernichtung. Er ist dann vor allem Berichtender, der freundlich und sachlich, ja fast emotionslos Auskunft gibt von der Welt der Lager, mit seiner brutalen Rücksichtslosigkeit, dem ständigen Hunger und dem alltäglichen Kampf ums Überleben. Keine Frage ist ihm zu dumm, alle Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortet er geduldig, so gut er kann.

Leider musste der zuletzt geplante Besuch von Thomas Geve wegen Krankheit abgesagt werden, aber wenn es ihm wieder möglich ist, wird er auch hoffentlich wieder die Waldschule besuchen und berichten – gegen das Vergessen.    (GT)

Politik: Bericht zur Podiumsdiskussion am Klimatag im September 2007

Am 13.09.07 war der Klimatag an der Waldschule. Für die Klassen zehn bis dreizehn gab es eine Diskussion mit Politikern verschiedener Parteien, die in der Sporthalle stattfand.

Karl-Gerd Brand von der CDU, Dörte Gedat von den Grünen und Björn Herrmann von der SPD erklärten sich bereit, mit den Schülern und Schülerinnen der Waldschule über den Klimawandel zu sprechen. Zwei Schüler moderierten die Diskussion, was sich nicht immer als eine leichte Aufgabe herauszustellen schien.

Die Politiker sollten auf Fragen zum Thema Klimawandel Antworten geben. Zuerst wurden Brand, Gedat und Herrmann gebeten zu erzählen, welche Maßnahmen sie zusammen mit ihrer Partei gegen den Klimawandel durchsetzen wollen. Die SPD befürwortet vor allem die Förderung erneuerbarer Energien und auch die Grünen fordern unmissverständlich: „Atomkraft? Nein danke!“. Genau wie die SPD stehen auch sie für erneuerbare Energien, den Ausstieg aus der Kohlekraftnutzung und Strom sparen. Auch die CDU schließt sich den Forderungen an, dass mehr erneuerbare Energien genutzt werden sollten.

Erneuerbare Energien sind zum Beispiel Windkraft, Solarkraft und Biomasse. Diese Energien sind viel umweltfreundlicher als Kohle und sicherer als Atomkraft.

Umweltschutztipps für Zuhause gab’s dann auch noch: Jeder sollte im Haushalt darauf achten, das Licht auszumachen, alle elektronischen Geräte auszuschalten (nicht auf stand-by), die Heizung ein paar Grad runterzudrehen (wenn es möglich ist) und Wasser zu sparen.

Dann durften die Schüler ihre Fragen an die Politiker stellen. Ein Schüler fragte, ob alle Parteien dafür sind, die Atomkraftwerke abzustellen. Björn Herrmann antwortete: „Die Atomkraftwerke müssen abgeschaltet werden.“ Auch Dörte Gedat meinte: „Selbstverständlich! Atomkraft kann leicht ersetzt werden, Kohle dagegen leider noch nicht.“ Gerd Brand von der CDU war da anderer Meinung. „Solange es geht, sollten wir den Atomkraftstoff nutzen.“, sagte er.

Später wurde noch über die Nutzung der Solarenergie diskutiert. Frau Gedat meinte, besonders Fotovoltaik sei zu fördern. Doch dann gab es noch eine sehr interessante Frage, die besonders die Waldschule betrifft. „Im Winter laufen die Heizungen immer auf Hochtouren. Wenn es dann zu warm im Raum wird, muss das Fenster aufgemacht werden. Es gibt keine Regler an den Heizungen. Ist das etwa umweltfreundlich?“, fragte ein Schüler. Auch auf diese Frage gab es eine Antwort. Frau Gedat sagte, die Schule solle zunächst untersucht werden und dann energiesparende Maßnahmen unternommen werden.

Zuletzt erklärten auch die Politiker: Wir tun etwas für den Klimaschutz! Frau Gedat fährt häufig und gern mit dem Rad, Herr Herrmann macht das Licht aus und dreht die Heizung runter und Brand heizt wenig und besitzt Energiesparlampen.

Die letzte Frage bezog sich auf die Radwege in Schwanewede. Sie seien nicht immer gut erhalten und/oder beleuchtet. Darauf bot Frau Gedat an, dass man sich noch einmal melden müsse, dann wird sich darum gekümmert.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass für manche Schüler die Diskussion eher langweilig war, es aber auch einige Schüler gab, die sich sehr für den Klimawandel interessierten und gute Fragen zum Thema stellten. Ich selber fand den Klimatag gut, aber die Diskussion nicht so gut gelungen. (Phyllis Papke)

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