Junge Talente der Waldschule aus unterschiedlichen Jahrgängen präsentierten ihr Programm "Bühnenreif"
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"Und hoch, und runter, und rechts, und links ...", mit ihrem Sketch über einen Kursus "Wassergymnastik der Senioren" sorgten die Akteure vom Darstellenden Spiel für Lacher im voll besetzten Kinosaal. |
Paulina J., Nele K. und Marie S. wagten sich in entsprechendem Outfit an den Hit "Valerie" von Amy Winehouse. |
Von IRIS MESSERSCHMIDT Schwanewede. "Was wir hier erleben werden ist nicht Perfektion - aber Hingabe und Leidenschaft." Der Schulleiter der Waldschule, Dettmer Fischer, begrüßte die zahlreichen Gäste im hoffnungslos überfüllten ehemaligen Kinosaal "Palette". Sie alle waren gekommen, um bekannte und verborgenen Talente der Waldschule live zu erleben. Die Veranstaltung "Bühnenreif" mit jungen Akteuren der Schule sollte nämlich starten - ins Leben gerufen von Lehrerin Livia Scherenberg.
Nicht nur durch die Ansprache des Schulleiters waren der Spaß an dieser Veranstaltung und das Engagement zahlreicher Mitwirkender offensichtlich. Einmal auf den Brettern stehen, die angeblich die Welt bedeuten, das ist nicht erst seit Dieter Bohlen ein Wunsch vieler junger Menschen. Für die Schüler der KGS Waldschule Schwanewede wurde mit "Bühnenreif" bereits zum dritten Mal solch eine Möglichkeit geschaffen. "Und zwar nicht nur für die Schüler, die sowieso schon an einzelnen künstlerischen Bereichen teilnehmen oder dort aufgefallen sind", erklärt Fachbereichsleiterin Lotte Schickel.
Jeder darf auf die Bühne Vom fünften bis zum 13. Jahrgang hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich für die Veranstaltung "Bühnenreif" anzumelden. Wer nicht schon von vornherein Unterricht im jeweiligen Fach hat, bekommt die Chance zu Extraproben mit den Lehrern. Die sind im Übrigen - wie auch Schulleiter Fischer betonte - maßgeblich am Erfolg dieser Veranstaltung beteiligt. Dazu gehört nämlich nicht alleine der Auftritt auf der Bühne. Schon morgens um sechs Uhr starteten am Freitag beispielsweise Andreas Schröder und Matthias Greving mit weiteren Helfern aus dem Technikbereich, damit für den abendlichen Auftritt, im von Josef Franke zur Verfügung gestellten Saal, alles perfekt funktionierte.
Dass den Lehrern so manche "Extratour" durchaus Spaß macht, bewies gleich zu Beginn ein kleiner Filmbeitrag einer alle zwei Jahre stattfindenden Reise nach Spiekeroog. Dort stehen dann Musik, Tanz, Kunst, Chorproben und Schauspiel auf dem Lehrplan, was zur eindrucksvoll gezeigten Begeisterung von Lehrern und Schülern beiträgt. So manches im Filmbeitrag genähte Kostüm sowie die ein oder andere witzige Kurzeinlagen aus dem Fach Darstellendes Spiel wurden nicht nur auf Spiekeroog im vergangenen Jahr geübt, sondern fanden sich am Freitag auch auf der Bühne wieder.
Der Ausruf "Oh, ist das schön" beispielsweise war im Film zwar schon mal gehört worden, regte live auf der Bühne aber Dutzende von Gästen zu neuen Lachsalven an, als Frederick J., Finn B., Pia P. und Marvin N. ihren schauspielerischen Beitrag zur Senioren-Wassergymnastik gaben. Schon fast profigleich ließen sich die Schüler weder durch Lampenfieber, noch durch kurzfristige "Technikausfälle" aus dem Konzept bringen. So gab zwar beispielsweise Matthias S. am Mikrofon noch zu, "total nervös zu sein", agierte dann aber relativ gelassen, als dem Piano "der Strom" fehlte. Einige Sekunde später ertönte sein Solo mit der Titelmelodie aus "Die fabelhafte Welt der Amelie", wobei auch für den jungen Protagonisten ein "fabelhaft" gelten sollte.
Überhaupt präsentierten sich die Schüler zwar aufgeregt, aber dennoch "lässig gekonnt" auf der Bühne. Wenn auch nicht immer - wie von Fischer schon angedeutet - alles in absoluter "Perfektion" lief. Die guten Leistungen von Gesang, Schauspiel, Erzählungen oder beispielsweise Judo-Show zeigten einen breitgefächerten Mix verschiedenster junger Nachwuchskünstler, die alle den anerkennenden Applaus verdienten. Vom Chor der Waldschule unter Leitung der Organisatorin Livia Scherenberger bis hin zur seit zehn Jahren existierende "Bonsai Big Band" hieß es für alle: Sie sind ganz schön "Bühnenreif".
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 15.03.2010